<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Rolf Markert</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Markert"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Rolf_Markert rootpage-Rolf_Markert skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rolf Markert</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Rolf Markert</b> (eigentlich <b>Helmut Thiemann</b>, weiteres Pseudonym wahrscheinlich <b>Rolf Hellmuth</b>, <b>Helmuth</b> oder <b>Helmut</b>; * <a href="24._Januar" title="24. Januar">24. Januar</a> <a href="1914" title="1914">1914</a> in <a href="Werdau" title="Werdau">Werdau</a>; † <a href="30._Januar" title="30. Januar">30. Januar</a> <a href="1995" title="1995">1995</a> in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>) war ein deutscher <a href="Politiker" title="Politiker">Politiker</a> (<a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">KPD</a>/<a href="Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands" title="Sozialistische Einheitspartei Deutschlands">SED</a>), <a href="Widerstand_gegen_den_Nationalsozialismus" title="Widerstand gegen den Nationalsozialismus">Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime</a> und <a href="Generalmajor" title="Generalmajor">Generalmajor</a> des <a href="Ministerium_f%C3%BCr_Staatssicherheit" title="Ministerium für Staatssicherheit">Ministeriums für Staatssicherheit</a> (MfS). Er war von 1953 bis 1981 Leiter der Bezirksverwaltung <a href="Bezirk_Dresden" title="Bezirk Dresden">Dresden</a> des MfS.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Helmut Thiemann war der Sohn eines <a href="Maurer" title="Maurer">Maurers</a>, besuchte die <a href="Volksschule" title="Volksschule">Volksschule</a>. Er trat der Pionierorganisation bei, als sein Vater wegen Teilnahme am <a href="M%C3%A4rzk%C3%A4mpfe_in_Mitteldeutschland" title="Märzkämpfe in Mitteldeutschland">Mitteldeutschen Aufstand</a> 1923 zu fünf Jahren <a href="Zuchthaus" title="Zuchthaus">Zuchthaus</a> verurteilt, allerdings <a href="Amnestie" title="Amnestie">amnestiert</a> wurde und im selben Jahr emigrierte. Er lebte bei seiner Mutter in großer Not. Markert erlernte den Beruf des <a href="Klavier-_und_Cembalobauer" title="Klavier- und Cembalobauer">Klavierbauers</a>, später war er auch als Maurer tätig. 1928 trat er dem <a href="Kommunistischer_Jugendverband_Deutschlands_(1920)" title="Kommunistischer Jugendverband Deutschlands (1920)">KJVD</a> bei. Von 1929 bis 1931 leitete er den Untergau <a href="Zwickau" title="Zwickau">Zwickau</a> der Roten Jungfront. 1931 ging er auf Wanderschaft zunächst in <a href="Litauen" title="Litauen">Litauen</a> und <a href="Lettland" title="Lettland">Lettland</a>, dann in der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a>. Er arbeitete als <a href="Ofenbauer" title="Ofenbauer">Ofenbauer</a> und Schlosser im Schwermaschinenwerk von <a href="Jekaterinburg" title="Jekaterinburg">Swerdlowsk</a>, wurde Mitglied des <a href="Komsomol" title="Komsomol">Komsomol</a> und der <a href="Kommunistische_Partei_der_Sowjetunion" title="Kommunistische Partei der Sowjetunion">KPdSU</a>. 1932/33 war er hauptamtlicher Mitarbeiter der Gewerkschaft, zuständig für die Anleitung von <a href="Wolgadeutsche" title="Wolgadeutsche">Wolgadeutschen</a>. 1934 besuchte er die Schule der <a href="Kommunistische_Jugendinternationale" title="Kommunistische Jugendinternationale">Kommunistischen Jugendinternationale</a> in Chotkowa bei <a href="Moskau" title="Moskau">Moskau</a>.
</p><p>1934 kehrte Thiemann über <a href="Prag" title="Prag">Prag</a> nach Deutschland zurück. In <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> beteiligte er sich am Widerstand und verrichtete illegale Arbeit. Er wurde kurz vor Jahresende 1934 verhaftet und 1935 wegen „Vorbereitung zum <a href="Hochverrat" title="Hochverrat">Hochverrat</a>“ zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Zunächst im Zuchthaus <a href="Luckau" title="Luckau">Luckau</a> inhaftiert, kam er 1937 in die <a href="KZ_Esterwegen" title="KZ Esterwegen">KZ Esterwegen</a> und <a href="Emslandlager_Aschendorfermoor" title="Emslandlager Aschendorfermoor">Aschendorfermoor</a>. Nach Verbüßung der Haftstrafe wurde er im August 1938 ins <a href="KZ_Buchenwald" title="KZ Buchenwald">KZ Buchenwald</a> verschleppt. Dort wurde er im selben Jahr von der illegalen Parteiorganisation der KPD als Mitglied der Partei aufgenommen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Thiemann war für die „Abwehr“ von Denunzianten und Spitzeln zuständig und Verbindungsmann zu den osteuropäischen kommunistischen Häftlingen. Um die Jahreswende 1938/39 wurde er Pfleger im Häftlingskrankenbau. Von 1943 bis 1945 war er auch Mitglied der militärpolitischen Leitung im Lager. Er war mit <a href="Ernst_Busse" title="Ernst Busse">Ernst Busse</a> und <a href="Erich_Reschke" title="Erich Reschke">Erich Reschke</a> eng vertraut.
</p><p>Der <a href="KGB" title="KGB">sowjetische Geheimdienst</a> kam an der ukrainischen Front in den Besitz von Dokumenten, wonach Thiemann Teil des <a href="Unternehmen_Zeppelin" title="Unternehmen Zeppelin">Unternehmens Zeppelin</a> sein sollte. Demnach wäre Thiemann im September 1942 entlassen worden, um an dem Geheimunternehmen der Nationalsozialisten, als Agenten hinter der Front zu agieren, mitzuwirken. Thiemann wurde dafür nie eingesetzt, sondern blieb bis zur Befreiung am 11. April 1945 in Buchenwald.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seine Stellung als Funktionshäftling nutzte Thiemann in Absprache mit der illegalen Parteiorganisation, um sich gegenüber anderen Häftlingsgruppen zu behaupten. Dabei töteten er und andere Funktionshäftlinge im Krankenbau andere Häftlinge. Gegenüber der KPD rechtfertigte er sich im Sommer 1945:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Um nun unsere Linie durchzusetzen, waren wir gezwungen selbst den SS-Ärzten in manchen Dingen zu helfen, so schwer das auch für uns war. […]
Die SS-Ärzte mordeten und mehrere Genossen und auch ich mußten uns als Helfer beteiligen. Nicht, daß ich nur geholfen habe, sondern ich wurde gezwungen ebenfalls mit zu beseitigen. Dabei muß ich erwähnen, daß ich dieses Geschäft vom <a href="Walter_Kr%C3%A4mer_(Politiker)" title="Walter Krämer (Politiker)">Gen. Krämer</a> mit übernommen habe. Ich konnte es zwar ablehnen und hatte mich im Anfang auch dagegen gewehrt. Nachdem ich aber durch die Partei auf die Notwendigkeit dieser Aufgaben hingewiesen worden bin, habe ich die Konsequenzen ziehen müssen. […] Die Frage stand für uns [Kommunisten] eben so. Entweder wir lehnen diese Arbeit ab und bleiben menschlich zwar sauber oder aber wir geben die Position auf und werden dadurch indirekte Mörder an unseren eigenen Genossen. Da uns also unsere Genossen mehr wert waren als alle anderen, mußten wir also einen Schritt gemeinsam mit der SS gehen und zwar in der Vernichtung von aussichtslosen Kranken und kollabierenden Menschen. Trotzdem es rein menschlich schwer war, das alles durchzuführen, vernichteten wir aber jede Gefahr, die sich im Lager bemerkbar machte.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Helmut Thiemann</span>: <cite style="font-style:normal"><i>Lebenslauf</i> (verfasst vermutlich Sommer 1945)</cite><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<p>Die Historikerin Karin Hartewig ordnet Thiemanns Lebenslauf den wenigen ganz frühen Zeugnissen aus dem innersten Kreis der Funktionshäftlinge zu.<sup id="cite_ref-H1_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-H1-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Dokument fand sich in Abschrift in einer Akte, die im Oktober 1946 im Rahmen einer vom SED-Zentralkomitee eingesetzten Untersuchungskommission „über das Verhalten einiger Kommunisten im Konzentrationslager Buchenwald“ entstanden ist. Diese Untersuchung, in deren Rahmen auch Thiemann vernommen wurde, konzentrierte sich auf <a href="Ernst_Busse" title="Ernst Busse">Ernst Busses</a> Aktivitäten im Lager.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Karin_Orth" title="Karin Orth">Karin Orth</a> zufolge sind die Berichte der politischen ehemaligen Häftlinge als Überlebensdiskurse zu interpretieren, die gruppenspezifische Erfahrung als allgemeingültig verabsolutierten und das eigene Handeln und Überleben zu legitimieren versuchten. Die Häftlingsselbstverwaltung sei ein weit reichendes und einflussreiches Klientel- und Patronagesystem gewesen.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Karin Hartewig weist darauf hin, dass Thiemanns Rechtfertigung, im Auftrag der Partei und im Dienst einer politischen Mission getötet zu haben, angesichts der abgründigen Wirklichkeit im Häftlingskrankenbau brüchig geworden sei. Die unausgesprochene und real gewählte Alternative zur moralischen Sauberkeit und zum Machtverlust im Lager habe darin bestanden, die Stellung im Krankenbau zu halten, um die eigenen Genossen zu retten, aber dadurch zum Mörder an Mithäftlingen zu werden.<sup id="cite_ref-H1_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-H1-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die kommunistischen Funktionshäftlinge und Mitglieder des Lagerwiderstands sahen sich aufgrund dieser schwierigen und ambivalenten Situation nach der Befreiung Anfeindungen von ehemaligen Mithäftlingen ausgesetzt.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach der Befreiung wurde Thiemann im Mai 1945 bei den von der <a href="SMAD" class="mw-redirect" title="SMAD">SMAD</a> geschaffenen Polizeikräften eingestellt und Leiter der Personalabteilung im <a href="Polizeipr%C3%A4sidium" title="Polizeipräsidium">Polizeipräsidium</a> <a href="Chemnitz" title="Chemnitz">Chemnitz</a>. Im Juli 1945 fürchtete Thiemann, von der amerikanischen Besatzungsmacht gesucht und, wie <a href="Arthur_Dietzsch" title="Arthur Dietzsch">Arthur Dietzsch</a>, <a href="Otto_Kipp" title="Otto Kipp">Otto Kipp</a> und andere Funktionshäftlinge aus Buchenwald im <a href="Buchenwald-Hauptprozess" title="Buchenwald-Hauptprozess">Dachauer Buchenwald-Prozess</a>, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt zu werden. Die sächsische Bezirksleitung der KPD half ihm beim Wechsel der Identität zu <i>Rolf Markert</i>. Helmut Thiemann wurde als 1945 verstorben geführt. Markert erhielt das Geburtsdatum <i>3. September 1911</i> und wurde nach <a href="Bautzen" title="Bautzen">Bautzen</a> versetzt.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im September 1945 wurde er Kadersekretär der KPD-Kreisleitung Bautzen, 1946 Leiter der Personalabteilung der <a href="Polizei_Sachsen" title="Polizei Sachsen">Landespolizeibehörde</a> <a href="Sachsen" title="Sachsen">Sachsen</a>. Ab 1948 leitete er das Dezernat K 5 (<a href="Politische_Polizei_(Deutschland)" title="Politische Polizei (Deutschland)">politische Polizei</a>) des <a href="Landeskriminalamt_Sachsen" title="Landeskriminalamt Sachsen">Landeskriminalamtes Sachsen</a>. Im August 1949 wurde er zum Stellvertreter für operative Aufgaben des Leiters des Amtes zum Schutz des Volkseigentums Sachsen berufen. Ab Oktober 1949 leitete Markert die Abteilung VIIa (<a href="Volkspolizei-Bereitschaften" title="Volkspolizei-Bereitschaften">VP-Bereitschaften</a>) der Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft (ab Februar 1950 MfS).
</p><p>1951 wurde er in Nachfolge von <a href="Hermann_Gartmann" title="Hermann Gartmann">Hermann Gartmann</a> Leiter der brandenburgischen Länderverwaltung des MfS, 1952 Leiter der Abteilung IV (<a href="Spionageabwehr" title="Spionageabwehr">Spionageabwehr</a>) des MfS Berlin sowie 1953 – als Nachfolger von Gerhard Harnisch – Leiter der Bezirksverwaltung Dresden des MfS. Markert war zudem von 1954 bis Dezember 1989 Mitglied der SED-Bezirksleitung Dresden.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach der Revolution auf <a href="Sansibar" title="Sansibar">Sansibar</a> war er von März bis August 1964 geheimdienstlicher Berater der neuen Regierung. Sansibar hatte als erstes nichtsozialistisches Land beschlossen, die <a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a> diplomatisch anzuerkennen und gleichzeitig die DDR um die Entsendung eines Sicherheitsberaters gebeten. Das MfS hatte Rolf Markert ausgewählt und für den Anfang auch <a href="Markus_Wolf" title="Markus Wolf">Markus Wolf</a>. Beide trafen am 19. März 1964 mit einer DDR-Delegation unter Leitung des stellvertretenden Außenminister <a href="Wolfgang_Kiesewetter" title="Wolfgang Kiesewetter">Wolfgang Kiesewetter</a> in Sansibar ein und wurden von Präsident <a href="Abeid_Amani_Karume" title="Abeid Amani Karume">Abeid Amani Karume</a> und Vizepräsident Abdullah Kassim Hanga empfangen.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 26. September 1969 wurde er vom Vorsitzenden des <a href="Nationaler_Verteidigungsrat_der_DDR" title="Nationaler Verteidigungsrat der DDR">Nationalen Verteidigungsrates der DDR</a>, <a href="Walter_Ulbricht" title="Walter Ulbricht">Walter Ulbricht</a>, zum Generalmajor ernannt.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1981 ging Markert in den Ruhestand.
</p><p>Sein und das Grab seiner Ehefrau Ruth (1923–2013) befindet sich in der <i><a href="Zentralfriedhof_Friedrichsfelde#Gräberanlage_für_Opfer_des_Faschismus_und_Verfolgte_des_Naziregimes" title="Zentralfriedhof Friedrichsfelde">Gräberanlage für Opfer des Faschismus und Verfolgte des Naziregimes</a></i> auf dem <a href="Zentralfriedhof_Friedrichsfelde" title="Zentralfriedhof Friedrichsfelde">Zentralfriedhof Friedrichsfelde</a> in Berlin.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Name">Name</h2></div>
<p>Thiemann war in Buchenwald unter seinem eigentlichen Namen bekannt. In späteren DDR-Publikationen über Buchenwald erschien er unter dem Namen „Rolf Helmut“. Auch die Schreibweisen „Rolf Helmuth“ und „Rolf Hellmuth“ werden als Pseudonyme erwähnt.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Den Decknamen „Rolf Markert“ hatte Thiemann gemäß <a href="Lutz_Niethammer" title="Lutz Niethammer">Lutz Niethammer</a> bereits in den 1930er Jahren in der Sowjetunion geführt.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In seinen Tätigkeiten in der DDR war er nur noch unter diesem letzteren Namen bekannt.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auszeichnungen">Auszeichnungen</h2></div>
<ul><li>Orden „<a href="Banner_der_Arbeit" title="Banner der Arbeit">Banner der Arbeit</a>“ (1965)</li>
<li><a href="Vaterl%C3%A4ndischer_Verdienstorden" title="Vaterländischer Verdienstorden">Vaterländischer Verdienstorden</a> in Gold (1975)</li>
<li><a href="Karl-Marx-Orden" title="Karl-Marx-Orden">Karl-Marx-Orden</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Gabriele Baumgartner, <a href="Dieter_Hebig" title="Dieter Hebig">Dieter Hebig</a> (Hrsg.): <i>Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990</i>. Band 2: <i>Maassen – Zylla</i>. K. G. Saur, München 1997, ISBN 3-598-11177-0, S. 512.</li>
<li>Karin Hartewig: <i>Helmut Thiemann, Rolf Markert und der Häftlingskrankenbau im Konzentrationslager Buchenwald.</i> In: <i><a href="Jahrbuch_f%C3%BCr_Historische_Kommunismusforschung" title="Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung">Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung</a></i> (1997), S. 255–270.</li>
<li><a href="Jens_Gieseke_(Historiker)" title="Jens Gieseke (Historiker)">Jens Gieseke</a>: <i><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenbanken/biographische-datenbanken/rolf-markert">Markert, Rolf</a></span></i>. In: <i><a href="Wer_war_wer_in_der_DDR%3F" title="Wer war wer in der DDR?">Wer war wer in der DDR?</a></i> 5. Ausgabe. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.</li>
<li>Jens Gieseke: <i>Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch)</i>. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20210723142359/https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/assets/bstu/de/Publikationen/HB_gieseke_wer-war-wer.pdf">PDF</a>) BStU, Berlin 2012, S. 51.</li>
<li><a href="Roger_Engelmann" title="Roger Engelmann">Roger Engelmann</a>, <a href="Bernd_Florath" title="Bernd Florath">Bernd Florath</a>, <a href="Helge_Heidemeyer" title="Helge Heidemeyer">Helge Heidemeyer</a>, <a href="Daniela_M%C3%BCnkel" title="Daniela Münkel">Daniela Münkel</a>, <a href="Arno_Polzin" title="Arno Polzin">Arno Polzin</a>, <a href="Walter_S%C3%BC%C3%9F_(Historiker)" title="Walter Süß (Historiker)">Walter Süß</a>: <i>Das MfS-Lexikon.</i> 4. aktualisierte Auflage, Ch. Links Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-96289-139-8, S. 226, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/stasi-unterlagen-einsehen/hinweise-zum-mfs/mfs-lexikon/detail/markert-rolf-eigentlich-helmut-thiemann/">Online-Version</a>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=personen_koerpers&desc=%22Markert,%20Rolf">Porträtfotos von Rolf Markert</a> auf der Seite der <a href="Deutsche_Fotothek" title="Deutsche Fotothek">Deutschen Fotothek</a>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a href="Neues_Deutschland" class="mw-redirect" title="Neues Deutschland">Neues Deutschland</a></i>, 3. September 1986, S. 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Karin Hartewig: <i>Helmut Thiemann, Rolf Markert und der Häftlingskrankenbau im Konzentrationslager Buchenwald.</i> In: <i><a href="Jahrbuch_f%C3%BCr_Historische_Kommunismusforschung" title="Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung">Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung</a></i> (1997), S. 259.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Karin Hartewig: <i>Wolf unter Wölfen? Die prekäre Macht der kommunistischen Kapos im Konzentrationslager Buchenwald</i>. In: Ulrich Herbert, Karin Orth, Christoph Dieckmann (Hrsg.): <i>Die nationalsozialistischen Konzentrationslager – Entwicklung und Struktur</i>. Band I. Wallstein, Göttingen 1998, S. 946 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-H1-4"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-H1_4-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-H1_4-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Karin Hartewig: <i>Helmut Thiemann, Rolf Markert und der Häftlingskrankenbau im Konzentrationslager Buchenwald.</i> In: <i><a href="Jahrbuch_f%C3%BCr_Historische_Kommunismusforschung" title="Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung">Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung</a></i> (1997), S. 257.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Karin Hartewig: <i>Helmut Thiemann, Rolf Markert und der Häftlingskrankenbau im Konzentrationslager Buchenwald.</i> In: <i><a href="Jahrbuch_f%C3%BCr_Historische_Kommunismusforschung" title="Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung">Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung</a></i> (1997), S. 261. Der Bericht über Thiemanns Vernehmung ist abgedruckt in Lutz Niethammer (Hrsg.): <i>Der ‚gesäuberte‘ Antifaschismus. Die SED und die roten Kapos von Buchenwald</i>. Akademie Verlag, Berlin 1994, Dokument II.5.3: Vernehmung Helmut Thiemann, S. 284f. Thiemann belastete Busse nicht, die Untersuchung hatte für Busse zunächst keine Konsequenzen.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Karin Orth: <i>Gab es eine Lagergesellschaft? „Kriminelle“ und politische Häftlinge im Konzentrationslager.</i> In: <a href="Norbert_Frei" title="Norbert Frei">Norbert Frei</a>: <i>Ausbeutung, Vernichtung, Öffentlichkeit. Neue Studien zur nationalsozialistischen Lagerpolitik</i> (= <i>Darstellungen und Quellen zur Geschichte von Auschwitz.</i> Bd. 4). Saur, München 2000, ISBN 3-598-24033-3, S. 109–133, hier S. f.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Philipp Neumann-Ther: <i>Das „Internationale Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD)“. Zur Geschichte eines politischen Erinnerungsaktivs.</i> In: Janine Doerry, Thomas Kubetzky, Katja Seybold (Hrsg.): <i>Das soziale Gedächtnis und Gemeinschaften der Überlebenden. Bergen Belsen in verhgleichender Perspektive</i> Wallstein, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1189-3, S. 146.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Karin Hartewig: <i>Helmut Thiemann, Rolf Markert und der Häftlingskrankenbau im Konzentrationslager Buchenwald.</i> In: <i><a href="Jahrbuch_f%C3%BCr_Historische_Kommunismusforschung" title="Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung">Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung</a></i> (1997), S. 260.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a href="S%C3%A4chsische_Zeitung" title="Sächsische Zeitung">Sächsische Zeitung</a></i> vom 17. Februar 1986.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Markus Wolf: <i>Spionagechef im geheimen Krieg. Erinnerungen.</i> List Verlag, 1997, S. 362f.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Neues Deutschland</i>, 27. September 1969, S. 1.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulrich Peters: <i>Wer die Hoffnung verliert, hat alles verloren. Kommunistischer Widerstand in Buchenwald</i>. PapyRossa, Köln 2003 (= PapyRossa Hochschulschriften 47), S. 372 und 503; siehe auch Lutz Niethammer (Hrsg.): <i>Der ‚gesäuberte‘ Antifaschismus. Die SED und die roten Kapos von Buchenwald</i>. Akademie Verlag, Berlin 1994, S. 275, Fußnote 74.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Lutz Niethammer (Hrsg.): <i>Der ‚gesäuberte‘ Antifaschismus. Die SED und die roten Kapos von Buchenwald</i>. Akademie Verlag, Berlin 1994, S. 284 (Fußnote 107).</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Karin Hartewig: <i>Helmut Thiemann, Rolf Markert und der Häftlingskrankenbau im Konzentrationslager Buchenwald.</i> In: <i><a href="Jahrbuch_f%C3%BCr_Historische_Kommunismusforschung" title="Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung">Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung</a></i> (1997), S. 255–270.</span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-p" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/121384330">121384330</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/50081105/">50081105</a></span> | </div>
</div></div>
</div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-12-21" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Rolf_Markert&oldid=262608143">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>
</body></html>